Angelika Beer: Piratin statt Grüne

Angelika Beer

von FW 

Einst hat sie die Grünen mitgegründet, jetzt kandidiert sie für die Piraten: Die ehemalige Grünen-Parteichefin Angelika Beer will mit der jungen Partei in den Kieler Landtag einziehen – und erhofft sich von den Piraten einen anderen Politikstil.

Ihre Themen

Zwei Themen treiben die frühere Grünen-Parteichefin um. Da ist der Kampf gegen Rechtsextremismus, den sie auch daheim in Neumünster führt. Und da ist die Außen- und Sicherheitspolitik. Krieg und Frieden auf der Welt, ihr Spezialgebiet seit Jahrzehnten. Neulich war sie bei einer Telefonkonferenz dabei, Piraten aus mehreren Ländern schalten sich da übers Internet zusammen. Diskutiert wurde darüber, mit welcher Software man Blogger in Nordafrika unterstützen könnte. “Total faszinierende Sachen sind das, die gar keine andere Partei machen kann”, sagt Beer.

Gründungs-Mitglied der Grünen

Sie war bis 2009 Gründungs-Mitglied der Grünen. Im September 2009 ist sie Mitglied der Piratenpartei Deutschland geworden, engagiert sich bei den Piraten gegen Rechtsextremismus, der PPI (Internationale Piratenpartei) und der AG Außen- und Sicherheitspolitik. Auf dem Kieler Landesparteitag im Oktober 2011 ist sie als Direktkandidatin im Wahlkreis 12, Neumünster Boostedt, und auf Landeslistenplatz 6 gewählt worden. Die Landtagswahl ist am 6. Mai 2012.

Als Expertin für Außen- Sicherheits- und Verteidigungspolitik, ist sie den meisten aus ihrer Zeit als Bundestagsabgeordnete und Verteidigungspolitische Sprecherin der Grünen und später als Bundesvorsitzende der Grünen von 2002 bis 2004 bekannt. Seit Juli 2004 saß die gebürtige Kielerin als Abgeordnete von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Europaparlament. Im März 2009 ist sie aus der Partei ausgetreten.

Dem Frieden verpflichtet

Seitdem engagiert sie sich als Außen- und Sicherheitspolitische Expertin weiter in Seminaren und Veranstaltungen. Als Vorsitzende des parlamentarischen Netzwerkes, das inzwischen über 160 Abgeornete aus 56 Ländern mit dem gemeinsamen Ziel verbindet, der Konfliktprävention eine weltweite Stimme zu geben, engagiert sie sich mit folgender Begründung:”Wer – wie ich – auch nur einmal die Verantwortung für einen Kriegseinsatz bereit war mit zu tragen, ist unwiderruflich und für immer dem Frieden verpflichtet”.

Im November 2009 hat sie sich entschieden, in die Piratenpartei einzutreten.

NDR Bericht vom 23.März 2012

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