Vor Ort im Hotel am Kalkberg: Selbstverwaltete Jugendarbeit in Bad Segeberg vor dem aus

Kurz zum aktuellen Stand:

Das im Jahr 2000 eingerichtete, selbstverwaltete Jugendkulturzentrum Hotel am Kalkberg (HaK) in Bad Segeberg soll geschlossen und abgerissen werden. Hierzu wird  im Juli d. J. eine Gerichtsentscheidung des Landgerichts Kiel erwartet. Eine Alternative steht derzeit nicht zur Diskussion. Alle Fraktionen der Segeberger Bürgerschaft schweigen zu diesem Thema. Damit würde nach dem ersatzlosen Abriss der Skateranlage am Großen Segeberger See im November 2010 ein weiterer  wichtiger Anlaufpunkt für Jugendliche in Bad Segeberg wegfallen. Mitglieder der Piratenpartei nahmen am 31.05.2012 die Herausforderung an und folgten der Einladung des HaK Vorstandes zu einer Plenumssitzung um sich selbst ein Bild von den Menschen und dem Ort zu machen. Hier der Bericht.

Der Besuch war für alle Seiten spannend:

Da sämtliche Versorgungskanäle seitens der Stadt gekappt wurden, war es uns möglich, im Schein der Handy-Taschenlampe die Innenräume kennen zu lernen.
Während der Plenumssitzung bei Kerzenschein und einem anschließenden sehr offenen Gesprächs wurden für uns folgende Punkte deutlich:

Die Jugendlichen des HaK sind kein chaotischer Haufen (wie in der Öffentlichkeit häufig dargestellt wurde). Wir trafen Menschen, die engagiert versuchen, die derzeit verfahrene  Situation zwischen Stadt und HaK auf einer Ebene des konstruktiven Dialogs zu heben  und die Zusagen der Stadt für die Unterstützung der selbstverwalteten Jugendarbeit in Bad Segeberg einzufordern.

Es geht den jungen Leuten nicht darum das HaK am jetzigen Standort zu erhalten. Die Jugendlichen erwarten von der Stadt jedoch eine langfristige und verbindliche Perspektive für ein selbstverwaltetes Jugendkulturzentrum in Bad Segeberg.  Denkbare Alternativen wären eine Anbindung an die angedachte „Mühlen-Lösung“ oder die Anmietung einer Liegenschaft in der Nähe des alten Wasserturms.

Vorstellbar ist darüber hinaus eine örtliche Verbindung von Jugendkulturzentrum, neuer Skateranlage und legalen Graffiti-Flächen zu schaffen. Die Entwicklung einer Lebenswelt für junge Leute, bei der die Bedürfnisse und Interessen der Jugendlichen berücksichtigt werden und die verschiedene kulturellen, künstlerischen und sportlichen Aktivitäten ausgeübt und aktiv mit gestaltet werden können.

Auch wenn wir Piraten noch nicht in der Stadtvertretung und im Kreistag politisch vertreten sind, wenden wir uns dennoch der Jugendarbeit zu und unterstützen ausdrücklich das Engagement aller Beteiligten, eine vielfältige und bunte Jugendarbeit in der Stadt und im Kreis Bad Segeberg lebendig zu halten. Allen Bestrebungen, ein Teil der Jugendlichen auszublenden, stellen wir uns konsequent entgegen.
Wir sind davon überzeugt, dass unterschiedliche Lebensentwürfe im Dialog diskutiert aber nicht stigmatisiert werden sollten.

In Zusammenarbeit mit der Landtagsfraktion werden wir uns dafür einsetzen, den vielfältigen Stimmen der Jugendarbeit im Kreis und in der Stadt Bad Segeberg Gehör und ein politisches Standing zu verschaffen.

Nicht zuletzt hat sich einmal wieder bestätigt,  dass es sich durchaus lohnt ein eigenes Bild vor Ort zu bekommen und das Gespräch mit den Betroffenen zu suchen.

Thomas Wilken
Piratenpartei Segeberg

Auf dem Bild von rechts: Sven Stückelschweiger, Toni Köppen von den Piraten und Plenumsmitglieder des HaKs

Ein Kommentar zu “Vor Ort im Hotel am Kalkberg: Selbstverwaltete Jugendarbeit in Bad Segeberg vor dem aus”

  1. KojoeBC sagt:

    Davon habe ich vor einigen Jahren schon gehört und muss mich wundern.
    Wenn ich sehe was die Jugendlichen dort alleine auf die Beine gestellt haben, da muss ich schon staunen! War vor einigen Jahren mehrmals auf den Hip-Hop Veranstaltungen und war voll und ganz begeistert! Sowas hat hatte hier in Glückstadt noch nicht mal das Jugendzentrum auf die Beine gestellt.
    Also, wie ich schon damals gebloggt habe: DAS HAK MUSS ERHALTEN BLEIBEN!

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