Landwirtschaft

TRADITION MIT ZUKUNFT

Die Landwirtschaft spielt im traditionell strukturschwachen Schleswig-Holstein eine große Rolle, nicht nur in der räumlichen Gestaltung, sondern auch als ein Wirtschaftsfaktor. Nur eine nachhaltige Landwirtschaft wird der gesellschaftlichen Verantwortung und den damit verbundenen Anforderungen gerecht werden.

BIODIVERSITÄT

Wir setzen uns für die Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt ein. Dazu wollen wir die Biotopvernetzung fördern. Durch eine entsprechende Gestaltung der Flächennutzung werden isolierte Biotope durch Grünbrücken (z.B. Knicks und Redder), Wassernetze oder zusätzliche Wege für Pflanzen und Tiere verbunden. Dabei soll auf landschaftliche Vielfalt statt auf monokulturelle Nutzung gesetzt werden. Die Knicks sind landschaftsprägend für Schleswig-Holstein und damit als Kulturgut anzusehen. Der Schadstoffeintrag aus Industrie, Verkehr und Landwirtschaft in natürliche Lebensräume muss reduziert werden. Gerade in Schleswig-Holstein kommt dem Schadstoffeintrag aus der Landwirtschaft eine besondere Bedeutung zu.

SCHLESWIG-HOLSTEIN ALS GENTECHNIKFREIE REGION

Schleswig-Holstein war im Jahr 2003 Gründungsmitglied des »Europäischen Netzwerks gentechnikfreier Regionen«, ist aber nach der Landtagswahl 2005 wieder ausgetreten. Wir setzen uns dafür ein, dass neben den zur Zeit bestehenden gentechnikfreien Regionen (Amt Wensin, Herzogtum Lauenburg, Pellworm und Stormarn), das Land Schleswig-Holstein dem Netzwerk wieder beitritt und ganz Schleswig-Holstein eine gentechnikfreie Region wird.

GENTECHNOLOGIE IN DER LANDWIRTSCHAFT

Naturressourcen gehören allen. Patente auf Pflanzen und Tiere blockieren die Entwicklung der Wirtschaft, die Zugänglichkeit des Wissens und den allgemeinen Fortschritt der Menschheit zugunsten von Einzelinteressen. Bisher haftet bei Schäden, die durch gentechnisch verändertes Saatgut entstehen, der Landwirt. Wir fordern auch hier das dringend notwendige juristische Prinzip der Beweislastumkehr. Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen/Tieren lehnen wir auf Grund erwiesener Unbeherrschbarkeit ab. Wir setzen uns für die Erhaltung, Sammlung, Pflege und Weiterentwicklung tradierter Sorten in Saatgutdatenbanken ein. Entsprechend auch für die Erhaltung alter Nutztierrassen.

INDUSTRIELLE TIERPRODUKTION

Viele Wissenschaftler fordern ein Ende der Massentierhaltung in Deutschland. Preise von unter 30 Cent für 100g Schweinefleisch sind ein Preisdumping, das Lebensmittelketten nur bieten können, weil die Fleischindustrie auf Kosten der Tiere produziert. Daraus resultieren desolate Haltungsbedingungen für die Tiere und nicht hinnehmbare Arbeitsbedingungen für die Landwirte.

Industrielle Tierproduktion ist nur deshalb möglich, weil Antibiotika und andere Medikamente präventiv eingesetzt werden. Die dadurch verursachte Bildung resistenter Erreger stellt immer mehr eine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung dar. Doch auch die Gesundheit der Tiere wird akut gefährdet, wie BSE und die massive Zunahme von chronischem Botulismus bei Rindern zeigen.

Wir unterstützen eine verantwortungsbewusste und ressourcen-schonende Landwirtschaft, die gesunde Produkte hervorbringt und den Landwirten ein faires Einkommen verschafft.

CHRONISCHEN BOTULISMUS ALS TIERSEUCHE ANERKENNEN

In den letzten Jahren tritt die Rinder-Krankheit Chronischer Botulismus, auch Faktoren-Erkrankung genannt, immer häufiger auf. Nicht nur Tiere erkranken, sondern auch Landwirte und deren Familien.

Wir setzen uns dafür ein, dass Chronischer Botulismus als Tierseuche anerkannt wird. Botulismuskranke Tiere sollen nicht mehr in die Nahrungskette gelangen dürfen.

Der von Wissenschaftlern genannte Zusammenhang von Botulismus und glyphosathaltigen Unkrautvernichtern wie RoundUp soll herstellerunabhängig erforscht und solche Mittel sollen nötigenfalls vom Markt genommen werden.

LANDWIRTSCHAFTSGEMEINSCHAFTSHÖFE FÖRDERN

Hauptaufgabe der Landwirtschaft ist es, die Menschen mit gesunder Nahrung zu versorgen.

Dieser Aufgabe wird sie immer weniger gerecht. Der Flächenverbrauch sogenannter Energielandwirte în Schleswig-Holstein führt zu stark steigenden Pachtpreisen, die einen wirtschaftlichen Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln erheblich erschweren.

Wir setzen uns dafür ein, die Rahmenbedingungen für die Bäuerliche Landwirtschaft deutlich zu verbessern. Wir unterstützen ausdrücklich Landwirtschaftsgemeinschaftshöfe und Projekte wie die CSA-Bewegung (Community Supported Agriculture) und deren französisches Pendant AMAP (Verbrauchervereinigung für die Beibehaltung der bäuerlichen Landwirtschaft).

Auf für den Anbau von Nahrungsmitteln geeigneten Böden sollen diese auch bevorzugt angebaut werden. Der Anbau von sogenannten Energiepflanzen für Biogasanlagen auf solchen Flächen soll vermieden werden.

4 Kommentare zu “Landwirtschaft”

  1. Gebhard sagt:

    Der Schutz der Bürgerrechte ist ein zentrales anliegen der Piratenpartei.
    Dazu zähle ich das Recht, sein privates Eigentum nach eigenem Entschluß zu nutzen, vor allem damit seinen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen (Eigenverantwortung, Sozialbindung als “nicht anderen auf der Tasche liegen”). Dieses Recht -Nutzung seines Grundeigentums nach seinen Vorstellungen- ist jedem Landwirt zuzubilligen. Nicht mit diesem Bürgerrecht vereinbar ist die ungeheure Bevormundung der Landwirte, die sich über viele Jahre eingebürgert hat und von den meisten für selbstverständlich gehalten wird -weil jeder es nur so kennt. Hinzu kommen immer mehr ungerechtfertigte Schuldzuweisungen an die Landwirte, für Sachverhalte, die sie nicht zu verantworten haben (Z.B. Rückstände PCB).
    Warum sollten gerade in der Landwirtschaft neueste wissenschaftliche und technische Erkenntnisse nicht umgesetzt werden ? Wenn deren Anwendung gefährlich ist, ist deren Anwendung auch in anderen Wirtschafts-und Lebensbereichen gefährlich und müsste gestoppt werden. Wenn dem so wäre, wäre der Bildschirm, auf den Sie gerade schauen, nicht nur dunkel, sondern ihn gäbe es gar nicht.
    Ich denke, als Pirat und deren Anhänger halt man die Fähigkeit erworben, selbst sachgerecht zu recherchieren und ist nicht auf die Quellen der 1000 x wiederholten Sensationshascherei angewiesen.
    In diesem Sinne: Bereit zum Ändern!

    • Nicole sagt:

      Hallo Gebhard,
      es ist doch aber so, dass sich eigene Nutzflächen nicht hermetisch abriegeln lassen.
      Somit der Einsatz von Gentechnik nicht allein den Eigentümer, sondern mindestens
      die direkten Nachbarn betreffen, oder sehe das falsch?

      Genetisch manipulierte Saatgüter entsprechen nicht dem Grundsatz der Nachhaltigkeit,
      der insbesondere in der langfristigen Erhaltung der Bodengüter und der Landwirtschaft in Schleswig-Holstein m.E. nach gewährleistet sein sollte.
      Was nicht beeinhaltet, dass keine moderenen Technologien zum Einsatz kommen sollten,
      jedoch in den Maßen in denen das Land auch für nachvollgende Generation nutzbar bleiben kann.
      Bei z.B. künstlich veränderten Böden, übermäßiger Verdichtung durch schwerstes Ackergerät,
      und Raubbau an den Nährstoffgehalten durch unverhältnismäßig schnell wachsendes Korn,
      sehe ich das nicht gegeben.

      Gerne faire Preise für die Landwirte = bei fairer Nutzung der Ressourcen für die Zukunft!
      VG Nicole
      Gentechnisch veränderte Lebensmittel sollten deutlich sichtbar deklariert sein, damit
      der Verbraucher eine Entscheidung treffen kann.

  2. Max sagt:

    Hinsichtlich Gentechnik: Technikfeindlichkeit, die den Stand der Wissenschaft ignoriert, hätte ich bei den Piraten nicht erwartet. Besser wäre es, vernünftige Forschungsbedingungen zu schaffen! Von mir aus irgendwelche Patente abschaffen. Aber dieses “gentechnikfreie Zone”-Ding ist bestenfalls Wählerfang, aber passt nicht zu einer aufgeklärten, modernen Partei.

  3. Hallo,

    mit eurem Wahlprogramm sprecht ihr mir aus der Seele. Das was da zur Zeit abläuft ist genau
    das Gegenteil von dem was ihr fordert.
    Gruß
    Friedemann v. M.

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